Nach welchen Kriterien teilt man Alkoholkranke ein?

Die folgende Tabelle soll eine Übersicht über die Bandbreite der Erscheinungsformen des Alkoholismus geben. Diese Einteilung wurde von Jellinek (1960) entwickelt und kommt seitdem bei der Beschreibung von Alkoholproblemen zum Einsatz. Zwischen den einzelnen Typen gibt es Übergänge, sie sind aber nicht als Stadien einer Entwicklungsreihe aufzufassen.

Alpha-Typ

Konflikttrinker, kein Kontrollverlust, aber undiszipliniertes Trinken bei Verärgerung, Unlustgefühlen und sozialen Schwierigkeiten, psychische Abhängigkeit, gebunden an den Anlass

Beta-Typ

Gelegenheitstrinker, zeitweiliger exzessiver Alkoholkonsum (z.B. am Wochenende oder bestimmten Anlässen), da Grenzwert gelegentlich überschritten wird, kann es zu Gesundheitsschäden kommen (Leberschädigung) keine körperlich oder psychische Abhängigkeit, höchstens soziokulturelle

Gamma-Typ (Süchtiger Trinker)

Kontrollverlust, Perioden der Abstinenz sind jedoch möglich, Toleranz erhöht, Entzugssymptome können auftreten, als Folgekrankheiten des Alkoholismus zeigen sich erhebliche psychische, später auch körperliche (physische) Abhängigkeit

Delta-Typ

(Gewohnheits- oder Spiegeltrinker) Unfähigkeit zur Abstinenz, gewohnheitsmäßige Aufnahme von großen Mengen Alkohol über den Tag verteilt, selten Kontrollverlust physische Abhängigkeit steht im Vordergrund, psychische Abhängigkeit entwickelt sich meist erst nach einigen Jahren (Übergang zum Gamma-Typ möglich)

Epsilon-Typ (Quartalstrinker)

episodisch massives Trinken durch Verstimmungszustände z.B. bei depressiven Personen gefolgt von Wochen oder Monaten der Abstinenz, Trinken wegen äußerer Anlässe (Wochenende, Feier, etc.) ist hier nicht gemeint Gefährdung nur in bestimmten Episoden

Der Delta- und Gamma-Typ charakterisiert die Alkoholkrankheit.

Die übrigen Typen können als Vorformen aufgefasst werden und sind deshalb nicht zu verharmlosen. Übergänge vom Alpha- zum Gamma-Typ und vom Beta- zum Delta-Typ sind häufig.